Autorentag mit Christina Hiemer

Persönliche Fragen

https://www.herzimbuch.de/2018/12/21/autorentag-mit-saskia-von-der-osten

Wie sieht für Dich ein perfekter Tag aus?
..Mein perfekter Tag beginnt auf jeden Fall NICHT vor 10 Uhr morgens – denn ich liebe es auszuschlafen! Die Sonne sollte scheinen und ich würde direkt nach dem Frühstück (UND KAFFEE!) ins Freibad oder zum See fahren. Ein paar Bahnen schwimmen, in der Sonne liegen, lesen. Ich liebe es einfach draußen zu sein und die Sonne zu genießen. Im Anschluss an einen schönen Sommertagwürde ich noch ein leckeres Eis in der Eisdiele essen und mich dann gegen Abend ins Bett kuscheln und eine Runde schreiben :)

Welche Bücher zählst Du zurzeit zu Deinen Lieblingsbüchern? 
..Unangefochten momentan die Dilogie von Caroline Brinkmann – Die Perfekten und Die Vereinten. Der 1. Band hat mich letztes Jahr so inspiriert, dass ich schließlich selbst eine eigene Dystopie geschrieben habe. Ansonsten gab es noch zwei besondere Bücher aus dem Hanser-Verlag, die mich wirklich tief beeindruckt haben und die ich sehr sehr toll fand. „Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente“ und „Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“. Alle vier kann ich wirklich nur empfehlen. Ebenfalls tief beeindruckt hat mich „Der große Trip von Cheryl Strayed. Dieses Buch hat autobiografische Züge, ist aber gleichzeitig so emotional und tiefgründig, dass ich es wirklich nur jedem weiterempfehlen kann.

In welcher Buchwelt würdest du gerne mal leben? 
..Ich weiß genau wie viele jetzt Harry Potter sagen und ich würde verdammt noch mal lügen, wenn ich sagen würde mich würde es nicht reizen. Hogwarts ist für jeden von uns ein kleiner Kindertraum und ich würde so gerne mal ne Runde Quidditch spielen. Aber mich reizt die Welt der Shadowhunter irgendwie. Ich wäre ein super Shadowhunter. Ich würde so gerne mit Jace, Clary, Izzy und Alec auf Dämonenjagd gehen. Das wäre sicherlich super spannend. Und der Vorteil wäre, dass diese Welt ein Bestandteil unserer Welt ist. :)

Bist du eher spontan oder planst du gerne alles durch?
..Das kommt immer ganz darauf an. Im privaten Umfeld plane ich so ziemlich alles. Durch mein Studium muss ich meinen Tag gut durchstrukturieren, damit ich genug Zeit habe zum lernen. Ich mag es strukturiert, aber wenn mich jemand spontan anruft um ins Kino zu gehen – dann habe ich so gut wie immer Zeit Bezogen auf’s Schreiben sieht das schon wieder ganz anders aus:
Mein Debütroman „Mentira Stadt der Lügen“ wurde z.B. völlig ohne „plotting“ (also dem vorherigen Planen der Handlungen) geschrieben. Natürlich habe ich mir vorher Gedanken zur Geschichte gemacht, dennoch hat die Geschichte oftmals selbst entschieden, wohin sie sich entwickeln möchte. Ich persönlich würde meine Bücher nie vorausplanen. Sie entwickeln sich, so wie ich es tue und ich würde vermutlich sowieso nach den ersten Kapiteln wieder alles über den Haufen werfen, wenn die erstbeste neue Idee kommt :)

Schokolade oder Weingummi? 
..WEINGUUUUMMMIIII Es gibt super geniale Brausebonbons von Nimm2 (ist das jetzt Schleichwerbung? Jedenfalls sind die der WAHNSINN. Strenggenommen zählen die vermutlich gar nicht unter Weingummi, aber beim Schreiben nasche ich unglaublich gerne und diese tollen Bonbons kleben nicht an den Fingern und man kann sie beim Schreiben quasi inhalieren. Die perfekte Nervennahrung! (Aber Vorsicht – SUCHTPOTENTIAL HOCH 100)

Tee oder Kaffee? 
..Ich liebe Kaffee. Morgens trinke ich ihn unglaublich gerne, aber im Winter trinke ich auch sehr viel Tee. Vor allem die beerigen Sorten haben es mir angetan.

Hörst du gerne Musik? 
..Unheimlich gerne. Ich habe sogar zu meinem derzeitigen Jugendbuch-Projekt eine eigene Playlist erstellt :) Aber auch beim Sport, oder wenn ich im Zug zur Uni sitze höre ich so gut wie immer Musik. Sie gehört für mich einfach dazu, wie die Luft zum Atmen.
https://open.spotify.com/user/1174842932/playlist/3id18vkh9GwkKgFWgAVpr5?si=OIUGpQL8Ssqy9E_2pWLqqg

Bist du eher ein introvertierter Mensch oder extrovertiert?
..Ich war lange Zeit ziemlich introvertiert und zurückhaltend – und fremden Menschen gegenüber bin ich das meist noch immer. Aber mit den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass es unfassbar wichtig ist seine Stimme zu erheben. Nur ich selbst kann für mich sprechen und das musste ich auch erst lernen.

Womit kannst du dich entspannen
..Mit Sonnenschein, guter Musik, einem Spaziergang im Wald und viel Sport.

Wenn Du Dich wandeln könntest, welches Tier wärst du dann gerne? Warum? 
..Das ist eine schwierige Frage. Einerseits hätte ich unglaublich gerne Flügel, weil man damit überall hinfliegen würde. Andererseits liebe ich Tiger und Raubkatzen. Der Gedanke durch den dichten Dschungel zu streunen wäre schon ziemlich verlockend…

FRAGEN ZUM SCHREIBEN

Wie wichtig ist für Dich der Schreibstil eines Autoren?
..Ich glaube der Schreibstil ist das einzige Mittel, mit dem man sich wirklich von anderen Autoren abheben kann. Tolle, außergewöhnliche Ideen haben viele Autoren. Aber ein mitreißender, gefühlvoller und einnehmender Schreibstil ist quasi das, was einen Autor ausmacht. Der Schreibstil ist quasi wie unsere Seele. Unser tiefstes Inneres spiegelt sich in der Art wider, wie wir Dinge schreiben und weniger darin, was wir schreiben.

Hast du irgendwelche Rituale während oder nach dem Schreiben? 
..Puh, das ist schwierig, weil mir diese typische Routine fehlt, die viele andere Autoren haben. Dadurch, dass ich so spät erst mit dem Schreiben begonnen habe, kann ich nicht auf „jahrelange“ Erfahrung zurückblicken. Mentira war nicht nur meine erste Veröffentlichung, sondern zeitgleich auch das allererste Manuskript, dass ich je geschrieben habe und all das innerhalb das letzten Jahres. Das bedeutet leider auch, dass meine Schreibsessions doch zum Teil sehr chaotisch liefen (und es auch immer noch sind!). Ich schreibe so gut wie nie tagsüber – meistens wirklich erst nach 22 Uhr (eher jedoch nach 00 Uhr). Keine Ahnung woran das liegt, aber der Gedanke, dass alles schläft inspiriert mich irgendwie. Ansonsten bin ich notorischer Nascher beim Schreiben. Auch jetzt, während ich dieses Interview schreibe nasche ich wieder meine Nimm2 Bonbons (ich bin wirklich süchtig nach denen!).

Dein absolutes Hasswort beim Schreiben ist?

..Ich habe strenggenommen 2 – Dann und Ich Beide Wörter habe ich in Mentira zum Erbrechen oft benutzt und mir geschworen, sie in zukünftigen Projekten auf ein Minimum zu beschränken. Mal sehen, wie lange dieser Vorsatz halten wird.

Wie lange schreibst du schon? 
..Angefangen habe ich mit einer einzigen Kurzgeschichte Ende 2016, die dann auf der LBM2017 in einer Anthologie abgedruckt wurde. Dann habe ich 2017 weitere Kurzgeschichten geschrieben und bei Ausschreibungen eingereicht, jedoch nur Absagen bekommen. Ende 2017 wurde dann eine weitere Kurzgeschichte bei der Ausschreibung der BuchBerlin2017 abgedruckt. In diesem Zeitraum habe ich auch mit Mentira Stadt der Lügen begonnen. Also kann man sagen, dass ich in etwa ein Jahr lang schreibe – aber immer mal wieder Pausen da waren, in denen ich weniger geschrieben habe :) Ich bin also kein alter Hase, sondern selbst noch reichlich grün hinter den Ohren, was das Schreiben von Romanen angeht. Einzig beim Schreiben von Kurzgeschichten habe ich ein wenig Übung.

Wie lange dauert es ungefähr, bis du eine Idee zum Buch umgesetzt hast? 
..Das kommt drauf an. Bei einer Kurzgeschichte kann es manchmal innerhalb eines Abends sein, dass ich fertig bin. Bei Mentira Stadt der Lügen hat das Schreiben der Rohfassung in etwa 4-5 Monate gedauert (mit Pausen). Bis zum fertigen Buch ist dann allerdings ein gutes Jahr vergangen (auch, weil es einige Probleme bei der Veröffentlichung gab). Da ich ein Vollzeitstudium, samt Nebenjob habe ist es für mich auch gar nicht möglich, mehr als eine – maximal zwei Ideen pro Jahr umzusetzen :) 

Hat Dich einer Deiner Buchcharaktere schon mal so richtig genervt? 
..Bisher zum Glück noch nicht Die waren alle brav… naja okay, das ist gelogen. Kilian war manchmal schon zieeeemlich stur,- aber ich mag ihn trotzdem :)

Welcher Charakter ist Dir beim Schreiben besonders unter die Haut gegangen, und warum? 
..Arian aus meiner Kurzgeschichte „Dark Sky – Himmel ohne Sterne“ war eine Figur, die mir persönlich sehr unter die Haut gegangen ist. Sein Schicksal (auch wenn ich es selbst so geschmiedet habe) ging mir sehr nahe, weshalb mir diese Kurzgeschichte auch unglaublich viel bedeutet.

Hörst du gerne Musik beim Schreiben, oder sollte es eher ruhig sein?
..Oft schreibe ich auch während der Fernseher läuft, also brauche ich nicht unbedingt Ruhe. Aber in bestimmten Situationen und Szenen braucht man einfach Stille, damit die Worte die Wirkung bekommen, die sie haben sollen. Hin und wieder höre ich mir auch Playlisten an, die Waldgeräusche, oder Meeresrausches beinhalten.

Hast du Dir schonmal überlegt in einem anderen Genre zu schreiben? Wenn ja, welches? 
..Tatsächlich habe es nicht nur überlegt, sondern auch schon getan. Während mein Debütroman eine Mischung aus Fantasy und Dystopie ist, habe ich auch schon High Fantasy geschrieben und arbeite momentan einem Jugendbuch. Auch im Genre der Science-Fiction habe ich mich schon ausprobiert. Ich möchte mich auf gar keinen Fall auf ein Genre beschränken, dazu liebe ich die Vielfalt viel zu sehr.

Arbeitest du an einem neuen Projekt?
..Momentan schwebe ich ein wenig zwischen meinen Ideen. Die Veröffentlichung war so überwältigend und die Resonanz zu Mentira so enorm, dass ich damit überhaupt nicht gerechnet hätte. Die Zeit vor der Veröffentlichung war für mich so turbulent, dass ich leider schon länger nicht mehr regelmäßig geschrieben habe. Dennoch habe ich ein Projekt, dass momentan ca. zu 1/3 angefangen ist, dass ich sehr gerne weiterschreiben möchte. Aber wenn ich eines in diesem einen Jahr gelernt habe dann, dass die Geschichten ganz von selbst entscheiden, wann sie geschrieben werden wollen. Deshalb lasse ich mich da einfach überraschen…

 

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