Autorentag mit Ella Yunis

Persönliche Fragen

Muss es für dich immer ein Happy End geben oder nicht? Und warum?
..Ich bin schon sehr harmoniebedürftig und finde es unbefriedigend, wenn es am Ende kein Happy End gibt. Im Krimi will ich auch, dass der Mörder geschnappt wird.
Ob das glückliche Ende dann ein Happily ever after oder Happy for now ist, spielt dann eher eine untergeordnete Rolle. Aber kriegen sollten sich die beiden schon und nicht vorher sterben oder so. Dann lieber ein offenes Ende – da kann ich mir immer noch vorstellen, alles wäre rosarot und glücklich ... irgendwie ... vielleicht ...

Wie würdest du dich selbst beschreiben?
..Tagträumerin und Nachteule. Ich versinke schnell in meinen eigenen Gedanken und bin dann manchmal für meine Umwelt nur schwer erreichbar. Ich brauche generell viel Zeit für mich, weshalb ich ziemlich nachtaktiv bin. Wenn es um mich herum still wird, fängt mein Kopf an zu rattern und das geht dann manchmal bis in die frühen Morgenstunden.

Was ist deine Lieblingssüßigkeit?
..Ich liiiiiiiiiiebe Ben & Jerrys ... und das, obwohl ich sonst gar nicht so der Eis-Fan bin. Aber bei Chocolate Fudge Brownie oder Cookie Dough werde ich schwach. Die vereinen einfach das Beste aus allen Welten.

Was ist dein größter Wunsch?
..Abgesehen von dem Offensichtlichen, wie einem liebenden Umfeld und Gesundheit, möchte ich möglichst viel von der Welt sehen.
Ich gehe gerne auf Roadtrips, weil das die beste Art ist, Land und Leute kennenzulernen. Auf diese Weise habe ich schon die Ost- und die Westküste der USA erkundet. Aber es gibt ja noch so viel mehr zu entdecken: Asien, Australien, Afrika und auch in Europa gibt es noch einige Länder, die ich gerne bereisen würde.

Was ist für dich die beste Buchverfilmung?
..Die BBC-Verfilmung von „Stolz und Vorurteil“ ist ganz weit vorne. Auch wenn die legendärste Szene, in der Mr. Darcy aus einem Tümpel steigt und verlegen vor sich hin stammelt, gar nicht im Buch vorkommt – beim Rest ist die Verfilmung schon sehr nah am Original und Colin Firth ist einfach die perfekte Besetzung.

Welches ist dein persönlicher Lieblingsautor?
..Schwer zu sagen. Da gibt es viele.
Mein Roman ist ja sehr Shakespeare-lastig, also wird es sicher nicht überraschen, dass ich ihn auf jeden Fall dazu zähle.
Und auch abseits des Theaters bevorzuge ich eher die Klassiker: Jane Austen, die Bronte-Schwestern, Oscar Wilde. Ich liebe die elegante Sprache von Flaubert, den Humor von Twain, aber auch die düsteren Abgründe von Poe.

Wenn du die Wahl zwischen lebenslangem Freieintritt ins Kino oder einen Gutschein für 50 Tage Buchhandlung hättest, was würdest du wählen?
..Tatsächlich würde ich das Kino wählen – bei den Ticket-Preisen muss ich da nicht lange überlegen. Meine Bibliothek zuhause umfasst mehr als 1000 Bücher, von denen ich bei weitem noch nicht alle gelesen habe. Und wenn es mich mal nach neuem Lesenachschub gelüstet, gibt es einen kleinen aber feinen Second Hand Buchladen in meinem Kiez, den ich gerne besuche. Insofern hätte ich von dem freien Kinoeintritt einfach mehr.

Welches ist dein absolutes Lieblingsbuch? 
..„Jane Eyre“. Von der ersten Minute an hat mich die Geschichte gefesselt. Janes steiniger Weg vom Waisenmädchen, das erniedrigt und kleingeredet wird, zur selbstbestimmten Frau, die sich mit den vorherrschenden Widerständen nicht abfinden will, ist mitreißend und inspirierend. Und dann ist da noch Mr. Rochester. Ach, Mr. Rochester! Mit all seinen düsteren Geheimnissen und Fehlern. Nie wieder gab es danach jemanden wie ihn. Zumindest literarisch.

Du kannst dich zwischen All you can eat und einem Candlelight Dinner entscheiden, was würdest du wählen?
..Seitdem ich kein Fleisch mehr esse, haben All-you-can-eat-Buffets für mich an Attraktivität verloren. Insofern wäre ich bei einem Candle-Light-Dinner vermutlich besser aufgehoben. Obwohl ich dieses Kerzenschein-Gedöns gar nicht unbedingt brauche. Mit der richtigen Begleitung kann auch ein Imbiss-Besuch romantisch werden.

In welcher Buchwelt würdest du gerne leben?
..„Stolz und Vorurteil und Zombies“ In einem dieser wunderschönen Empire-Kleider ein paar Zombies aufmischen und danach mit Mr. Darcy vor dem Kamin sitzen – was kann es Schöneres geben?!

FRAGEN ZUM SCHREIBEN

Was liebst du am Autorin-Sein am meisten? 
..Dass ich mich in so unterschiedlichen Bereichen ausprobieren kann. Für „Wir in den schönsten Farben“ durfte ich in die Kunst- und Theaterwelt eintauchen. Das war wahnsinnig spannend und hat viel Spaß gemacht. Beim nächsten Buch geht es wahrscheinlich zusammen mit einer Biologiestudentin auf eine Insel vor der kalifornischen Küste. Ich freu mich schon drauf, mich in ein neues Abenteuer zu stürzen.

Schreibst du deine Geschichten von Anfang bis Ende oder schreibst du da, wo du gerade die passende Idee hast und fügst dann alles zusammen?
..Ich glaube, das ist eine Mischung aus beidem. Ich plotte schon viel vor und habe dann einen groben Fahrplan, was wann wo passieren soll. Im nächsten Schritt widme ich mich bestimmten Puzzleteilchen, die ich später zu einem großen Ganzen zusammenfüge. Das kann auch erstmal ein Kapitel mittendrin sein. Beim Editieren gehe ich dann wieder überwiegend chronologisch vor, um Logiklöchern und Unstimmigkeiten in der zeitlichen Abfolge vorzubeugen.

Welcher Charakter hat dich bis jetzt besonders zur Weißglut getrieben und wieso?
..Es liegt ja in der Natur der Sache, dass die Protagonisten romantischer Geschichten sich oft selbst im Wege stehen. Sonst wäre auf Seite Drei schon Schluss. Gerade das reizt mich aber auch: die zwischenmenschlichen Missverständnisse, die die Figuren davon abhalten, zueinander zu finden. Ivy – die Romanheldin aus „Wir in den schönsten Farben“ ist so von Selbstzweifeln geplagt und so ängstlich, dass sie im Zweifel lieber die Flucht ergreift, als sich den Dingen zu stellen. Zur Weißglut hat sie mich damit nicht getrieben, aber ab und zu war es schon anstrengend, all die Umwege mit ihr zu gehen.

Sind deine Charaktere von Anfang an so geplant oder verändern sie sich während des Schreibprozesses noch?
..Bevor ich loslege, habe ich schon eine gute Vorstellung davon, wie meine Figuren so drauf sind. Oft benutze ich auch Charakterbögen, in denen von der Blutgruppe über das Sternzeichen bis hin zur Lieblingsfarbe alles vermerkt werden kann. Das heißt aber nicht, dass sich im Laufe der Geschichte nicht noch etwas ändert – Ivys beste Freundin Meghan hatte am Ende nicht nur einen anderen Beruf, sondern sogar einen anderen Namen

Wo und wann kommen dir die besten Ideen?
..Wenn ich Musik höre. Ich habe auf meinem Handy diverse Playlisten mit Songs, die ich irgendwo gehört habe und die etwas in mir auslösen. Dann gehe ich spazieren oder fahre mit der Bahn durch die Gegend und der Funke, den der Song ursprünglich entfacht hat, entwickelt sich in meinem Kopf zu einem Strohfeuer.

Hast du dir schon mal überlegt in einem anderen Genre zu schreiben? Wenn ja, welches möchtest du ausprobieren?
..Witzig, dass du fragst. In meiner Schublade liegt eine Romantasy-Geschichte, die sehnsüchtig darauf wartet, von mir bearbeitet zu werden. Die Outline ist runtergeschrieben, die ersten Kapitel auch. Da es sich aber um einen Mehrteiler handelt, wird es noch ein wenig dauern, bis ich da etwas Konkretes vorzuweisen habe.

Entsprechen deine Charaktere deinem Männerideal?
..Ja, schon irgendwie. Ich war bei Schreiben auf jeden Fall immer zwischen dem grüblerischen Jack und dem charmanten Oliver hin und hergerissen. Obwohl sie so unterschiedlich waren, hatten beide für mich ihre ganz eigene Anziehungskraft.
Ich könnte wahrscheinlich nicht über Männer schreiben, die mich so gar nicht ansprechen. Ich ziehe Köpfchen immer Muskeln vor. Ich mag Männer mit Tiefgang. Auch wenn sie im echten Leben durchaus weniger kompliziert sein dürfen als in meinen Büchern.

Wie bekommt man dich am besten vom Schreibtisch weg?
..Der Geruch von einem Haloumi-Burger und dazu dieses Dudum-Geräusch wenn Netflix angeht. Zack bin ich da.

Inspirieren dich Leute aus deinem Umfeld für deine Charaktere?

..Wenn, dann eher unbewusst. Das vermischt sich alles mit Filmen, die ich gesehen oder Büchern, die ich gelesen habe. Auch sammle ich Links zu Artikeln über Menschen, deren Geschichte ich interessant finde. Das kommt alles in einen Topf, aus dem ich dann neue Ideen rausfische.

An welchem Buch schreibst du denn aktuell? Erscheint es dieses Jahr noch oder vielleicht andere Bücher von dir?
..Ich habe ja schon angedeutet, dass ich eine grobe Idee habe, in welche Richtung die nächsten Projekte gehen sollen. Neben der Romantasy-Geschichte möchte ich mich mehr grünen Themen widmen. In „Wir in den schönsten Farben“ geht es am Rande ja auch schon um Fragen der Nachhaltigkeit und des Tierschutzes. Das würde ich gerne vertiefen und den Fokus dahingehend verschieben, natürlich verpackt in eine schöne Liebesgeschichte. Aufgeschrieben habe ich dazu allerdings noch nichts.
Wer wissen will, wie es mit meinen Projekten weitergeht, kann mir gerne auf Instagram oder Facebook folgen. Dort wird es sicher regelmäßig Updates geben.

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